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Therapiemaßnahmen

By on Oktober 16, 2016

Therapiemaßnahmen

Im Rahmen der Erstuntersuchung wird der Zustand des Pferdes detailliert untersucht und dokumentiert. Auf der Basis der so gewonnenen Informationen wird ein individueller Therapieplan erstellt, in dem jede einzelne Therapie in Art und Umfang auf die spezifischen Bedürfnisses des Pferdes zugeschnitten wird.

Ganz wichtig ist, dass der Trainingsplan nur ein Anhaltspunkt sein soll, der niemals starr durchgeführt, sondern immer wieder auf den körperlichen Zustand des Pferdes abgestimmt wird. Dies ist besonders wichtig, um das Pferd nicht zu überfordern oder eine Überlastung in bestimmten Körperregionen zu verursachen. Gerade bei einem Rehabilitationstraining ist es von besonderer Wichtigkeit immer wieder das Trainingspensum an das Pferd anzupassen, denn nur so können Rückfälle in die Verletzung vermieden werden.

Die häufigsten Therapiemaßnahmen von EQUINEUS Pferdephysiotherapie sind:

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  • Massagen (u.a. Faszientherapie, Stresspunktmassage)
  • Muskeldehnungen
  • Gelenkmobilisation (Manualtherapie)
  • Craniosacrale Osteotherapie
  • Neuro- Osteopathie
  • Koordinations- und Muskelaufbautraining
  • Elektrotherapie
  • Lasertherapie
  • Therapie und Aufbautraining an der Longe oder unter dem Reiter

 

 

 

Im Folgenden stelle ich Ihnen einige dieser Maßnahmen kurz vor.

Pferdemassage:

Die Massage ist die älteste und einfachste aller medizinischen Behandlungsweisen. Sie ist eine mechanische Manipulation zur Erwärmung der Körperoberfläche durch rhythmischen Druck. Das Gewebe wird stärker durchblutet und dadurch weicher und nachgiebiger. Bei der Massage eines Pferdes wird mit verschiedenen Massagegriffen und Massagetechniken gearbeitet, die durch unterschiedliche Wirkung zu den erwünschten Effekten führen.

Wirkungen der Pferdemassage:

  • Durchblutungssteigerung
  • Lösen von Verspannungen
  • Behandlung von Muskelschmerzen
  • Regulierung des Muskeltonus
  • Wiederherstellung der vollen Beweglichkeit
  • Psychische Entspannung
  • Behandlung von Muskelermüdung
  • Verbesserung des Zellstoffwechsels im Gewebe
  • Entspannung von Haut und Bindegewebe

Eine spezielle Form der Massage ist die Stresspunktmassage nach Jack Meagher. Die Therapie der Stresspunkte erfolgt durch starken direkten Druck auf den aktiven Punkt mit anschließender Querfriktion (also Reibung quer zur Muskelfaser). Durch den starken Druck und die Querfriktion des entsprechenden Gewebes erfolgt eine Tiefenmassage und so eine deutliche Steigerung der Durchblutung.

Da der starke Druck für das Pferd schmerzhaft sein kann, muss zu Beginn der Therapie mit starken Abwehrreaktionen gerechnet werden. Im Laufe der Behandlung lässt der anfängliche Schmerz nach und das Pferd spürt eine Erleichterung in der behandelten Körperregion. Ziel der Therapie sind freiere Bewegungen des Pferdes.

Gelenkmobilisation:

Wird bei der Beweglichkeitsprüfung einzelner Gelenke eine Einschränkung festgestellt, so wird das Gelenk mit Hilfe von osteopathischen Handgriffen wieder beweglicher gemacht. Wichtig dabei ist, im Vorfeld genau abzuklären, dass keine Verletzungen wie z. B. Risse oder Frakturen in dem betroffenen Gelenk vorhanden sind.

 

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Dehnungen:

Dehnungsübungen eignen sich gut um die Leistungsfähigkeit und Koordination zu steigern und um eine gute Flexibilität der proximalen (oberen) Körperregionen (Schulter, Buggelenk, Rücken, usw.) und eine Entlastung der distalen (unteren) Körperregionen (Karpus, Fessel usw.) zu erreichen. Darüber hinaus wird das Verletzungsrisiko für Sehnen und distale Gelenke verringert.

Die Dehnung der Muskulatur verbessert unter anderem:

  • die Schrittlänge
  • den Vorwärtsschub der Vor- und Hinterhand
  • das Gleichgewicht während der Bewegung (u. a. beim Sprung)
  • die Blut- und Sauerstoffversorgung
  • die Gelenkschmierung
  • die Entspannung des Nervensystems -> Schmerzlinderung
  • die Länge und Elastizität einzelner Strukturen

Bei der Therapie von Pferden mit Verletzungen oder Störungen des Bewegungsapparates sind folgende Ziele entscheidend:

  • die Muskelsteifheit und die Retraktion von Kapseln und Bändern zu begrenzen
  • das Risiko einer Verschlimmerung der Verletzungen der Gelenke zu reduzieren
  • die Entwicklung der Toleranzgrenze der Dehnung zu beurteilen und gegebenenfalls zu verbessern

Lasertherapie:

Die Low Level Lasertherapie (LLL) kommt seit einigen Jahren auch in der Tiertherapie immer mehr zum Einsatz. Durch niederenergetische Lichtimpulse (auch im infraroten Bereich) werden Stoffwechselprozesse in den Zellen angeregt, die die Regeneration in geschädigtem Gewebe fördern. So werden Schmerzen und Entzündungen reduziert, die Durchblutung und somit auch die Wundheilung gefördert. Für die Pferde ist die Behandlung schmerzfrei und kann bei folgenden Erkrankungen hilfreich eingesetzt werden:

  • Muskelschäden (Zerrungen, Prellungen, Faserrisse)
  • Sehnenschäden
  • Anregung des Lymphflusses
  • Wunden
  • Blutergüsse
  • Schmerzzustände

 

 

Therapie und Aufbautraining an der Longe oder unter dem Reiter:

Die Arbeit mit der einfachen oder auch mit der Doppellonge ist eine sehr effektive und nützliche Hilfe bei der physiotherapeutischen Arbeit.
Gerade im Aufbautraining lassen sich ganz gezielt Muskeln ohne zusätzliches Reitergewicht trainieren. Aber auch in der täglichen Arbeit mit dem Pferd bietet das Longentraining eine sinnvolle Alternative und Ergänzung zum Reiten.
Für die Pferdegesundheit ist das Longieren aber nur fördernd, wenn es richtig angewendet wird. Falsch angewendet können neue Schäden entstehen bzw. bestehende Leiden verschlimmert werden.

Die Therapie unter dem Reiter ermöglicht dann eine noch genauere Steuerung der einzelnen Bewegungen sowie den sinnvollen Einsatz des zusätzlichen Reitergewichts. Zudem stehen durch den vergrößerten Aktionsradius zusätzliche Möglichkeiten gegenüber der Longe zur Verfügung, z.B. die Arbeit im Gelände.

Erstuntersuchung

By on Oktober 16, 2016

 

 

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Erstuntersuchung in der Pferdephysiotherapie

Anamnese:

Ein ausführlicher Fragebefund gibt Auskunft über das Pferd, seinen Einsatz, über eventuell bestehende Probleme oder Erkrankungen und vieles mehr.

Inspektion:

Das Pferd wird im Stand genauestens von allen Seiten begutachtet. Dabei wird besonders auf den Allgemeinzustand und auf Veränderung geachtet, wie z. Bsp. stumpfes Fell, Schwellungen, Fehlstellungen der Gliedmaße und Hufe, Fehlhaltungen von Kopf, Hals und Schweif.

Probleme können auch allein durch den Körperbau entstehen.

Bewegungsanalyse:

Das Pferd wird im Schritt, Trab auf gerader Strecke und in Wendungen vorgeführt,  an der Longe oder unter dem Reiter begutachtet, um den genauen Bewegungsablauf festzustellen. Viele Probleme zeigen sich erst richtig in der Bewegung.

Palpation:

Einzelne Körperregionen werden abgetastet um eventuelle Muskelverhärtungen, Temperaturunterschiede oder Schmerzpunkte aufzufinden. Es wird außerdem die Verschieblichkeit von Bindegewebe und Narben getestet.

Gelenksmobilisation:

Alle Gelenke der Extremitäten und der Wirbelsäule werden auf ihre Beweglichkeit im Endbereich getestet. Dabei wird gleichzeitig die Muskeldehnfähigkeit getestet und eventuell bestehende Bewegungseinschränkungen festgestellt.

Ausrüstung:

Sattel und Zaumzeug werden auf Passform, Funktionstüchtigkeit, Beschädigungen und Akzeptanz untersucht.

Anwendungsgebiete

By on Oktober 12, 2016

Anwendungsgebiete der Pferdephysiotherapie

 

Die physiotherapeutischen Anwendungsgebiete beim Pferd sind sehr vielfältig und vergleichbar mit denen beim Menschen. Durch eine Vielzahl verschiedener Ursachen kann die Funktion des Bewegungsapparates des Pferdes eingeschränkt sein. Dies kann sich äußern in leichten Fehlstellungen und –haltungen genauso wie in starken Lahmheiten bis hin zur völligen Unfähigkeit, bestimmte Bewegungen auszuführen.

Die folgende Liste zeigt nur eine kleine Auswahl möglicher Anzeichen, die für eine Untersuchung durch einen Pferdephysiotherapeuten sprechen:

  • Verschiedene Formen der Lahmheit
  • Ödematöse Schwellungen (dicke Beine, Einschuss, etc.)
  • Gallen und Schleimbeutelentzündung
  • Gynäkologische Probleme, wie z.B. Mastitis, gestörte Rosse
  • Hufrehe, Hufrollenentzündung
  • Headshaking
  • Schmerzanzeichen nach erbrachter Leistung
  • Muskelanriss, Muskelfaserriss, Zerrungen und Prellungen
  • Rückenprobleme (z.B. Kissing Spines)
  • bekannte Sehnen-, Band- und Nervenverletzungen
  • Widersetzlichkeiten beim Putzen, Satteln, Hufe auskratzen
  • Satteldruck, Sattelzwang
  • akuter oder chronischer Leistungsabfall
  • Schiefstellung, -haltung von Kopf, Hals und/oder Schweif
  • Verweigerungen am Hindernis
  • Widersetzlichkeiten beim Reiten, Longieren und Springen
  • Probleme beim Rückwärtstreten, Angaloppieren und bei Seitengängen
  • Taktfehler, Zungenfehler, Zähneknirschen
  • Arthrose
  • Trageerschöpfung

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Aber auch ohne das Vorliegen o. g. Anzeichen kann der Einsatz physiotherapeutischer Maßnahmen einen hohen Beitrag zur Gesundheit des Pferdes erbringen, z. B.:

  • Vorbeugung von Verletzungen
  • Rehabilitation nach Verletzungen und operativen Eingriffen
  • nach einem schweren Sturz, Unfall oder Festliegen
  • Vorbeugung von Verletzungen und Verspannungen
  • Erhöhung der allgemeinen Leistungsfähigkeit
  • Vorbereitung auf Wettkämpfe
  • Ausgleich zur Vermeidung muskulärer Dysbalancen
  • Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens des Pferdes
  • Linderung der durch Alterungs- und Verschleißerscheinungen verursachten Beschwerden

Wie Sie sehen, ist das Einsatzspektrum der Physiotherapie beim Pferd äußerst vielfältig. Als sinnvolle Ergänzung zu einer Betreuung Ihres Pferdes durch Tierarzt und Hufschmied bietet sie die Möglichkeit der Herstellung und Sicherung der Gesundheit Ihres Pferdes