Blutegel Pferd

Blutegel- Therapie

By on Mai 29, 2017

Blutegeltherapie beim Pferd

 

Blutegel wurden bereits in der frühen Antike in der Humanmedizin eingesetzt.  Im frühen 19. Jahrhundert herrschte ein großer Kult um die kleinen Tierchen, die bei fast jeder Krankheit zum Einsatz kamen. Als Folge kam es dazu, dass Blutegel in Deutschland so gut wie ausgestorben waren. Erst in den 60er Jahren kam es zu einem Comeback der Blutegel und es blieb nicht nur beim Einsatz im Humanbereich. Seit einigen Jahren kommen Blutegel auch in er Tiertherapie immer häufiger bei verschiedenen Erkrankungen zum Einsatz.

Die für die Therapie verwendeten medizinischen Blutegel (Hirudo medicinalis) sind bis zu 15 cm lange Würmer, die hauptsächlich im Wasser leben. Sie haben eine auffällige Zeichnung auf dem Rücken und können bis zu 30 Jahre alt werden.

Sie haben einen Mund mit drei Kiefern, auf denen bis zu 80 kleine Zähne sitzen, mit denen sie sich in die Haut ihrer Wirte bohren. Mit ihren zwei Saugnäpfen halten sie sich während des Saugvorgangs fest und lassen sich danach einfach fallen.

Für den medizinischen Bereich werden Blutegel extra gezüchtet. Sie benötigen eine hohe Wasserqualität und unterliegen strengen Kontrollen, da sie ein medizinisches Produkt sind.

 

Wie wirkt die Blutegel-Therapie?

Für den Einsatz in der Pferdephysiotherapie werden hungrige Blutegel eingesetzt. Sie werden in dem zu behandelnden Bereich auf die Haut der Pferde aufgesetzt. Die Egel suchen sich dort eine für sie passende Stelle (stärker erwärmte oder geschwollene Bereiche) und beißen sich fest.

Dann beginnt der Saugvorgang, der zwischen 30- 60 Minuten oder in Einzlfällen auch bis zu 2h dauern kann. Ist der Egel satt, lässt er sich fallen und es kommt zu einer Nachblutung (die gewünscht ist). Diese kann bis zu 12 Stunden andauern und sollte nicht gestoppt oder verbunden werden. Durch die Nachblutung wird die Wunde gereinigt und der Stoffwechsel angeregt.

 

Welche Einsatzgebiete hat die Blutegel- Therapie?

Die Wirkung der Blutegel beruht auf der Zusammensetzung ihres Speichels. Dieser enthält entzündungshemmende, gerinnungshemmende und schmerzstillende Inhaltsstoffe. Somit können Blutegel bei einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden, unter anderem bei:

  • Arthrose (Spat, Schale, etc), Arthritis
  • Kissing Spines
  • Erkrankungen von Sehnen und Bänder

    Behandlung von Hufrehe
  • Mauke
  • Hufrehe
  • Ekzeme
  • Ataxie
  • Kreuzverschlag
  • Piephacke, Stollbeule
  • Narben
  • Mastitis
  • Satteldruck
  • Abszesse, Ödeme, Phlegmone
  • Biss-, Trittverletzungen, Prellungen
  • schlecht heilende Wunden

 

Was muss bei der Blutegel-Therapie beachtet werden?

Es dürfen grundsätzlich nur Pferde die nicht zur Schlachtung bestimmt sind behandelt werden (Passkontrolle).

Direkte Nebenwirkungen hat die Blutegel-Therapie nicht. Es kann jedoch nach der Behandlung zu Juckreiz, Schwellungen oder allergischen Reaktionen kommen.

Da es sich bei den Blutegeln um ein medizinisches Produkt handelt, werden sie nur einmal am Tier angesetzt und danach von mir entsorgt oder nach Bibertal an die Blutegelfarm zurückgesandt.

 

Wann dürfen Blutegel nicht eingesetzt werden?

Kontraindikationen bei der Blutegel-Therapie sind:

  • Anämie oder arterielle Verschlussstörungen, sowie bekannte Gerinnungsstörungen
  • Fieber, Infektionskrankheiten
  • Pferde mit geschwächtem Immunsystem
  • Medikamentengabe direkt vor der Behandlung (schmerzstillende, entzündungshemmende Medikamente) → diese müssen mindestens 3 Tage vor der Behandlung abgesetzt werden
  • Zusatzfuttermittel → Teufelskralle, Gingko, Arnika
  • maligne Tumore (Sarkoide)
  • Histaminallergie
  • Cushing
  • Trächtigkeit
  • Magengeschwüre

 

Wie läuft die Blutegel-Therapie ab?

Nach einer Befragung über den Krankheitsverlauf des Pferdes, sowie der Passkontrolle erfolgt eine Kontrolle des Allgemeinzustands des Pferdes. Es werden Puls, Atmung,Temperatur sowie die zu behandelnde Stelle überprüft.

Im Anschluss wird die Behandlungsstelle vorbereitet (evtl. auch rasiert) und dann die Blutegel angesetzt.

Nach dem Saugvorgang (Dauer ca. 30- 60 Minuten, in seltenen Fällen auch bis zu 2h) lassen sich die Egel fallen und ich fange sie in einem Gefäß auf. Sie dürfen auf keinen Fall zwangsweise entfernt werden, da sie sonst erbrechen und so die Wunde verunreinigen können.

Es folgt die Nachblutung, die 12- 24h andauern kann. In der Zeit sollte das Pferd durch den Besitzer beobachtet werden und die Nachblutung nicht gestoppt oder abgebunden werden.

Das Pferd kann nach der Blutegel-Therapie etwas schlapp sein und sollte viel Wasser angeboten bekommen.

 

Wie geht es nach der Blutegel-Therapie weiter?

Tritt nach der Behandlung eine Spontanverbesserung ein, sollte eine erneute Behandlung erfolgen sobald sich der Zustand wieder verschlechtert.

Es kann auch eine Erstverschlimmerung einsetzen. In diesem Fall empfiehlt sich ebenfalls ein erneutes ansetzen der Blutegel.

Je nach Schwere der Erkrankung werden 3-4 Behandlungen benötigt.

Die Blutegel-Therapie kann auch zwischen den Behandlungen mit weiteren Angeboten von EQUINEUS- Pferdephysiotherapie kombiniert werden.

 

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Über mich

By on Oktober 11, 2016

physibildZu meiner Person

– Jana Kaule (wohnhaft in 16515 Oranienburg)

1983 Geboren in Finsterwalde (Brandenburg) und dort aufgewachsen
2003-2006 Ausbildung zum Pferdewirt Zucht und Haltung
2006-2007 Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin am Deutschen Institut für Pferdeosteopathie (DIPO)

Bereits in meiner Ausbildung zur Pferdewirtin und auch in meiner Tätigkeit danach sind mir immer häufiger Pferde mit Problemen im Bewegungsapparat begegnet. Sehr oft wurden diese Probleme gar nicht erkannt, falsch gedeutet oder unzureichend behandelt. Daher habe ich mich entschieden, eine Ausbildung zur Pferdephysiotherapeutin zu machen.

Diese Ausbildung habe ich mit der Prüfung im November 2007 beim DIPO  (Deutsches Institut für Pferdeosteopathie) in Dülmen erfolgreich abgeschlossen und bin seitdem als Pferdephysiotherapeutin unter dem Namen EQUINEUS Pferdephysiotherapie tätig. Dieser Beruf ist für mich eine Berufung und ich freue mich täglich, wenn ich Pferden und auch ihren Besitzern weiterhelfen kann. 

Fortbildungen:

2008- Lasertherapie für Pferde (bei Sarah Mergen)

2009- Cranio- Sacrale- Osteopathie (bei Tanja Richter)

2015- Faszientherapie (bei Barbara Welter – Böller)

2016- Neuro- Osteopathie (bei Barbara Welter Böller)

2017- Blutegeltherapie (bei Birgit Hencke)

2017- Manualtherapie (bei Aku- Event)

2018- Pferdetraining (bei Claudia Benedela)

2018- Onlineseminar  korrektes Tragen und Bewegen (bei Thies Böttcher)

2019- Hufimbalancen und ihre körperlichen Zusammenhänge (bei Sandra Melicchio)